Sauna oder Infrarotkabine?
Beide wärmen, sonst haben sie wenig gemeinsam. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede, die vor dem Kauf wirklich zählen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die finnische Sauna heizt die Raumluft auf 80 bis 90 Grad, die Infrarotkabine erwärmt vor allem den Körper bei 40 bis 60 Grad.
- Infrarotkabinen beginnen bei etwa 0,7 Quadratmetern und laufen an einer normalen Steckdose.
- Saunakabinen brauchen ab 1,7 Quadratmetern, meist einen stärkeren Anschluss und ein Lüftungskonzept.
- Im Betrieb ist die Infrarotkabine deutlich günstiger und schneller einsatzbereit.
- Wer beides nicht unterbringt, findet in Saunazelten und Saunadecken die mobile Alternative.
Die Frage taucht bei fast jedem Saunaprojekt auf, und sie wird oft zu spät gestellt: Soll es eine klassische Sauna werden oder eine Infrarotkabine? Beide Anwendungen wärmen, aber sie tun es auf grundlegend verschiedene Weise, und sie stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Raum und Anschluss.
Der Unterschied in der Wärme
Eine finnische Sauna heizt die Raumluft auf hohe Temperaturen, üblicherweise zwischen 80 und 90 Grad. Dazu kommt der Aufguss: Wasser auf heißen Steinen erzeugt Dampf, der die gefühlte Temperatur kurzzeitig deutlich erhöht. Das ist eine intensive Anwendung, die den Kreislauf spürbar fordert.
Eine Infrarotkabine arbeitet anders. Ihre Strahler erwärmen vor allem den Körper, die Luft bleibt mit etwa 40 bis 60 Grad deutlich kühler. Für viele ist genau das der Vorteil: Die Atemluft ist nicht heiß, die Anwendung fühlt sich milder an.
Wer beides noch nie erlebt hat, sollte das nachholen, bevor er sich festlegt. Ein Besuch in einer öffentlichen Anlage beantwortet diese Frage in einer Stunde besser als jeder Prospekt.
Artsauna Kiruna120
Zweisitzer mit Kombistrahlern, der mit 120 cm Breite noch in die meisten Schlaf- und Gästezimmer passt.
- Stellfläche
- 120 x 105 cm
- Personen
- 2
- Strahler
- Kombistrahler
Dewello Tofino 120 x 140
Die kompakteste Heimsauna im Vergleich, die mit 120 cm Breite auch in kleinere Kellerräume passt.
- Stellfläche
- 120 x 140 cm
- Personen
- 2
Platzbedarf und Aufstellort
Hier liegt der praktische Unterschied. Infrarotkabinen beginnen bei etwa 0,7 Quadratmetern Grundfläche und passen in Zimmerecken, größere Bäder oder Arbeitszimmer. Sie stehen an einer normalen Steckdose.
Klassische Saunakabinen brauchen mehr: In diesem Vergleich reichen sie von 1,7 bis 2,5 Quadratmetern. Wichtiger noch ist der Anschluss. Saunaöfen benötigen in der Regel mehr als eine Haushaltssteckdose, was eine Elektrofachkraft und unter Umständen eine neue Leitung bedeutet. Genau daran scheitern Heimsaunaprojekte am häufigsten.
Dazu kommt die Belüftung. Eine finnische Sauna bringt Feuchtigkeit in den Raum, die abgeführt werden muss. In einem fensterlosen Keller braucht das ein Konzept.
Betriebskosten
Eine Infrarotkabine mit 1.850 Watt kostet bei einer halbstündigen Anwendung rund 0,34 Euro. Eine klassische Sauna muss einen Ofen über längere Zeit auf hohe Temperaturen bringen und dort halten, sie liegt entsprechend deutlich darüber. Wer häufig sauniert und auf die laufenden Kosten achtet, hat mit der Infrarotkabine die sparsamere Lösung.
Zeitaufwand
Eine Infrarotkabine ist in vergleichsweise kurzer Zeit einsatzbereit, besonders die kleinen Modelle. Eine finnische Sauna braucht Vorlaufzeit, bis der Ofen den Raum aufgeheizt hat. Für den spontanen Saunagang nach Feierabend ist das ein realer Unterschied.
Der Aufwand nach der Anwendung
Ein Punkt, der in Vergleichen selten auftaucht: Was passiert nach dem Saunagang? Bei einer finnischen Sauna bleibt Feuchtigkeit im Raum, die abgeführt werden muss. Bänke werden abgewischt, die Kabine will trocknen, im Keller braucht es Luftaustausch.
Eine Infrarotkabine ist in dieser Hinsicht anspruchsloser. Es entsteht keine Aufgussfeuchtigkeit, der Innenraum trocknet schneller, und der Raum drumherum bleibt unberührt. Wer die Anwendung regelmäßig und ohne Vor- und Nachbereitung nutzen möchte, sollte diesen Unterschied mitrechnen.
Was beide gemeinsam haben
Unabhängig von der Entscheidung gelten dieselben Grundregeln. Taste dich an Dauer und Temperatur heran, statt Vorgaben zu übernehmen. Trinke ausreichend. Plane nach der Anwendung eine Ruhephase ein. Und beende den Gang, sobald du dich unwohl fühlst.
Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprich die Nutzung vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Das gilt für beide Anwendungsformen gleichermaßen, für die intensivere finnische Sauna aber mit besonderem Nachdruck.
Wann welche Lösung passt
Für eine Infrarotkabine spricht: wenig Platz, eine normale Steckdose, der Wunsch nach milder Wärme, geringe Betriebskosten und kurze Vorlaufzeit. Sie ist die pragmatische Lösung für Wohnungen und für alle, die regelmäßig und unkompliziert wärmen wollen.
Für eine klassische Sauna spricht: ein geeigneter Raum mit passendem Anschluss und Belüftung, die Vorliebe für hohe Temperaturen und Aufguss, und die Bereitschaft, Vorlaufzeit einzuplanen. Wer das Saunaerlebnis im eigentlichen Sinn sucht, wird mit einer Infrarotkabine nicht glücklich.
Und für alle, die weder das eine noch das andere unterbringen können, gibt es die mobilen Lösungen: Saunazelte, Sitzsaunen und Saunadecken, die nach der Anwendung verschwinden.
Aus dem Vergleich
Artsauna Nolvik L
Fasssauna für den Garten mit 185 cm Länge, deren rund 480 kg ein tragfähiges Fundament voraussetzen.
- Stellfläche
- 185 x 180 cm
Häufige Fragen
- Ist eine Infrarotkabine eine Sauna?
Nein. Der Begriff Infrarotsauna ist verbreitet, aber irreführend. Eine Sauna heizt die Raumluft und erlaubt Aufgüsse, eine Infrarotkabine erwärmt über Strahlung vor allem den Körper bei deutlich niedrigeren Lufttemperaturen.
- Was ist günstiger im Betrieb?
Die Infrarotkabine. Sie arbeitet mit niedrigeren Temperaturen und muss keinen Raum über längere Zeit aufheizen. Eine halbstündige Anwendung liegt je nach Modell zwischen etwa 0,19 und 0,37 Euro.
- Was braucht mehr Platz?
Die klassische Sauna. Infrarotkabinen beginnen bei etwa 0,7 Quadratmetern, Saunakabinen in diesem Vergleich bei 1,7. Dazu kommt bei der Sauna der Bedarf an Belüftung und meist ein stärkerer Stromanschluss.
- Kann man beides kombinieren?
Manche Kabinen bieten Kombilösungen an. In diesem Vergleich führen wir sie nicht, weil belastbare Daten dazu selten vorliegen. Wer beides möchte und den Platz hat, fährt mit zwei getrennten Lösungen meist besser als mit einem Kompromissgerät.


